Die Summe aller Angebote und emotionalen Werte, die Sie als Unternehmen einem Mitarbeiter bieten, ist Ihr Markenkern (auch Employer Value Proposition (EVP) genannt).

Die Erarbeitung einer Arbeitgebermarke sollte gemeinsam mit den eigenen Mitarbeitern erfolgen. Das erscheint auf den ersten Blick aufwendig. Doch nur wenn die Mitarbeiter die eigene Arbeitgebermarke (Philosophie) leben, spürt das auch ein außenstehender neuer Bewerber. Das gilt auch für große wie kleine Unternehmen und macht sich bezahlt.

RAT: Besuchen Sie das BTG Seminar "Employer Branding" oder nehmen Sie sich einen erfahrenen Coach, der Sie bei diesem Prozess begleitet.
Wichtig: Jedes Jahr diesen Prozess mit den Mitarbeitern wieder auffrischen!

In nachstehenden vier Schritten finden Sie eine Anleitung zur unverwechselbaren Arbeitgebermarke:

Auch wenn es aufwendig klingt: Befragen Sie Ihre Mitarbeiter, was diese als echten Mehrwert empfinden, in Ihrem Betrieb zu arbeiten und was noch verbessert werden kann. Stimmungen im Betrieb werden oft nicht offen ausgesprochen. Daher erhalten Sie durch Befragungen eine konkretere Rückmeldung. Denn jede gefühlte Wahrnehmung ist subjektiv. Dagegen ist ein Ergebnis schwarz auf weiß die belastbare Basis für weitere Schritte. Zudem dient diese Befragung für die Zufriedenheitsmessung und als Frühwarnsystem für Schwachstellen.

Dieser Fragebogen ist für einen ersten Eindruck und auch für kleinere Unternehmen gedacht. Der Fragebogen sollte zeitunabhängig von den Mitarbeitern anonym beantwortet werden (Datenschutz).

Musterfragebogen Mitarbeiterzufriedenheit zum Download

Anregungen für aufwendigere Fragebögen sind können bei größeren Betrieben durchaus sinnvoll sein und sind vielfach im Netz verfügbar.

Durch die Auswertung der Mitarbeiter-Umfrage erhalten Sie eine realistische Einschätzung der Stimmung und wie Sie als Arbeitgeber gesehen werden. Das Ergebnis kann sich bisweilen von Ihrer gefühlten Wahrnehmung negativ wie positiv unterscheiden. Wichtig ist nur Eines: Nehmen Sie die Ergebnisse ernst und nutzen sie diese als Basis für die weitere Entwicklung Ihrer Arbeitgebermarke.

Besprechen Sie mit Ihren leitenden Mitarbeitern offen das Ergebnis und schaffen Sie ein angstfreies Klima, indem Sie die Realitäten sachlich bewerten.

Ergänzend hierzu sichten Sie die bereits vorhandenen Dokumente zur Mitarbeiter- und Bewerberansprache wie Ihre Karriere-Website, Stellen-Image-Anzeigen, Kununu-Bewertungen, Rankings und Presseberichte.

RAT: Nehmen Sie sich einen erfahrenen Coach, der Sie bei diesem Prozess begleitet. Wichtig: Jedes Jahr diesen Prozess mit den Mitarbeitern wieder auffrischen!

Beispiel für einen Umdenkungsprozess: Der Upstalsboom Weg

Dieser Workshop ist terminlich mit einem gewissen Vorlauf festzusetzen. Der Teilnehmerkreis sollte repräsentativ, also mit Vertretern aus allen Abteilungen, bei kleineren Betrieben mit allen Mitarbeitern, auch Aushilfs- und Teilzeitmitarbeitern ggf. auf freiwilliger Basis zusammengestellt sein. Optimal ist ein Ort außerhalb des Betriebes, um das "out of the box-Denken" zu fördern und dem Prozess einen besonderen Stellenwert zu geben.

Diese zeitliche und finanzielle Investition zahlt sich vielfach aus!

Entwickeln Sie Ihre Arbeitgebermarke aus den eigenen Stärken und der eigenen Kultur. Folgende Fragen sind zu klären:

  • Wovor haben wir Angst?
  • Wovor haben wir keine Angst?
  • Welche Gäste sind unsere Zielgruppe?
  • Was macht uns besonders (USP)
  • Was geht gar nicht im Umgang mit Mitarbeitern, was wollen wir nicht mehr zulassen? (Bsp.: Unpünktlichkeit, Mobbing, Lügen)
  • Welche Werte haben wir?
  • Wer wollen wir sein?
  • Welche Mitarbeiter passen zu uns (right potentials)?
  • Wo wollen wir in 1 / 5 / 10 Jahren stehen?

Erst wenn diese Fragen im Team gemeinsam bearbeiteet wurden, kristallisiert sich langsam heraus, was Ihre zukünftige Arbeitgebermarke ausmachen wird. Denn es geht einzig und allein darum, Ihre Mitarbeiter an den Betrieb zu binden, neue Mitarbeiter zu gewinnen und eventuell frühere Mitarbeiter zurück zu gewinnen. Um für alle Mitarbeiter die gleiche, gemeinsam erarbeitete Botschaft kommunizieren zu können, wird ein gemeinsames Mitarbeiterversprechen formuliert. Dabei gilt: weniger ist mehr.

Ein Mitarbeiterversprechen muss sein:

  • Klar und unmissverständlich
  • Inspirierend, humorvoll und motivierend

Zukünftig wird das Mitarbeiterversprechen auch jedem neuen Mitarbeiter ausgehändigt und erläutert, an geeigneten Stellen im Betrieb sichtbar ausgehängt sowie ständig gelebt und kommuniziert.

Um das entsprechend umzusetzen, ist es wichtig, sich auch auf folgende Punkte im Vorfeld zu verständigen:

  • Einheitliche Sprachgestaltung (Tonality wie z.B. elegant - locker, seriös - frech, Hochdeutsch - Dialekt - bayerisch/fränkisch/schwäbisch etc.) in allen Print- und Online-Auftritten
  • Budget für die Umsetzung der Arbeitgebermarke einplanen
  • Timeline für die Umsetzung festlegen
  • Anzeigen, Social Media - optische Gestaltung entsprechend anpassen

Dieser Prozess macht nur Sinn, wenn die Arbeitgebermarke und deren Umsetzung jährlich auf den Prüfstand gestellt, hinterfragt und weiterentwickelt wird.

Alle Angaben des FachkräfteNavigators sind Empfehlungen, die nach besten Wissen ausgearbeitet wurden, jedoch ohne Gewähr. Bitte wenden Sie sich bei rechtlichen und steuerrechtlichen Fragen an Ihre Bezirksgeschäftsstelle des DEHOGA Bayern bzw. an Ihren Steuerberater. Für Rückfragen, Verbesserungs- oder Korrekturvorschläge freuen wir uns auf Ihre Hinweise an berufsbildung​[at]​dehoga-bayern.de.